Bismi-Llahi-r-Rahmani-r-Rahim

Die Dogmatik Al-Ghazali´s 

nach dem II. Buche seines Hauptwerkes, 

Dr. Hans Wehr, Halle, 1912

(Imam Ebu Hamid Muhammed al Ghazali (oder auch Algazel, al Gasali, Ghazzali, Gazali geschrieben, gest.1111 ), der große islamische Gelehrte, hatte den großen "Ihya ulumiddin" in vier Bänden geschrieben. Diese Übersetzung ist jene Teil ,welches die Glaubensinhalte beinhaltet. Es wurden auch verschiede andere Kapitel übersetzt)

E r s t e r A b s c h n i t t


Darlegung des islamischen Glaubensbekenntnisses, wie es enthalten ist in den zwei Sätzen (Kelime-i schehadet: "Es gibt kein Gott ausser Allah und Muhammed ist Sein Gesandter"), die einen der [fünf] Grundpfeiler des Islams bilden.

Wir sprechen im Vertrauen auf den göttlichen Beistand: Gelobet sei Allah, der Schöpfer und Wiedererwecker, der vollbringt, was er will, auf dem hehren Throne, einher fahrend mit Gewalt; der die Auserwählten führt die rechte Strasse und den geraden Weg; der ihnen, nachdem sie zu Seiner Einheit sich bekannt, damit lohnt, dass Er ihnen Glauben bewahrt vor den Finsternissen des Zweifels und der Anfechtung; der sie anleitet zur Nachfolge seines erwählten Propheten und zur Nachahmung von dessen erlauchten Gefährten, sicher und unentwegt; der sich ihnen offenbart in seinem Wesen und seinen Werken mit seinen herrlichen Eigenschaften, die nur der erfasst, der "aufmerksam sein Ohr leiht" (Sure 50,36); der ihnen kündet, dass er in seinem Wesen Einer ist ohne Genossen, einzig ohnegleichen , allein ohne Gegner und Nebenbuhler. Er ist von Anfang an, ohne Vorgänger, von Ewigkeit her, ohne Beginn; er ist fortdauernd im Sein, keiner nach Ihm, ewig ohne Ende. Immer in sich bestehend ohne aufzuhören, war er und wird er immer begleitet sein mit den Eigenschaften der Hoheit. Bei Ihm gibt´s kein Zuendegehen durch das verstreichen der Zeit und Ablaufen der Frist , sondern Er ist der Erste und Letzte, der Offenbare und Verborgene.

Remotio : Allah ist ferner kein wohlgestalteter Körper, auch kein Atom mit bestimmter Ausdehnung. Er gleicht auch nicht einem Körper, so dass es bei Ihm Begrenzung und Teilung gäbe. Er ist keine Substanz und nicht wohnen Substanzen Ihm inne, auch nicht ein Akzidens und nicht wohnen Akzidentien Ihm inne. Er gleicht keinem Wesen und kein Wesen gleicht ihm, kein Ding ist wie Er und Er nicht wie irgend ein Ding. Kein Maß schränkt Ihn ein, nicht umfassen ihn Grenzen, die Dimensionen bestimmen Ihn nicht, selbst Himmel und Erde umschliessen Ihn nicht. Er sitzt auf dem Thron, so wie Er es verkündet, in dem Sinn, den Er meint, dass heisst ohne einen Ort zu berühren, in Ihm zu ruhen und an Ihn gebunden zu sein, ohne Inhärenz und Ortsveränderung. Nicht trägt Ihn der Thron, sondern der Thron und seine Träger werden getragen durch Seine Macht und gehalten durch Seine Hand (d.h durch Seine Allmacht). Er ist erhaben über dem Thron und dem Himmel und allem bis zu den Grenzen des Bodens mit einem Darübersein, das ebensowenig für Ihn eine Nähe beim Thron und Himmel bedeutet, wie es eine Entfernung von der erde und dem Boden besagt. Und er ist viele Stufen hoch über Thron und Himmel wie Er hoch ist über Erde und Boden und dabei doch nahe jeglichem Wesen und "dem Menschen näher als seine Halsschlagader" (Sure 80, 15). Und Er hat auf alles acht, denn sein Nahesein gleicht; denn Er wohnt nicht einem Ding inne noch irgend ein Ding Ihm. Er ist erhaben darüber, dass ein Raum Ihn umfasse, wie er erhaben darüber ist, dass eine Zeit Ihn begrenze, Er war vielmehr, bevor er die zeit und Raum geschaffen, und jetzt ist Er, wie Er früher gewesen. Er ist verschieden von Seiner Schöpfung durch Seine Eigenschaften, weder besteht in Seinem Wesen ein anderer noch in einem ausser Ihm Sein Wesen. Erhaben ist Er über Wechsel und Veränderung, für Ihn gibt´s kein Ereignis, kein Unfall stösst Ihm zu, sondern Er besitzt immerdar die Eigenschaften Seiner Hoheit, unzulänglich dem Verfall, und für die Attribute Seiner Vollkommenheit braucht Er kein Wachstum an Vervollkommung. Die Existenz Seines Wesens ist erfassbar durch den Verstand. Er ist auch zu sehen mit Augen, als Gnade gewährt dem Frommen in der ewigen Heimat (im Paradies) und als Vollendung der Paradiesesfreuden, im Schauen auf Sein hehres Anlitz.

Macht. Allah der Erhabene ist lebendig, machtvoll, bezwingend, überwältigend. Bei ihm gibt´s keine Ohnmacht und Schwäche, "ihn umfängt nicht Schlummer noch Schlaf" (Sure 2, 256) und nicht trifft Ihn verderben und Tod. Er beherrscht die Körper- und Geisterwelt, die Kraft und die Macht. Ihm kommt zu die Herrschaft und Überlegenheit, das Schaffen und Befehlen. Die Himmel sind gefaltet durch Seine Rechte und die Kreaturen bezwungen durch Seine Hand (Allmacht). Er ist einzig im Schaffen und Hervorbringen, die Schöpfung schuf Er und ihre Werke, bestimmte ihren Unterhalt und Lebenslauf. Nicht entzieht sich Seiner Macht, was Er beschlossen, nicht geht wider sie der Lauf der Dinge. Unzählbares kann Er beschließen gleichwie Er Endloses erkennt.

Wissen. Er weiß alles Wißbare , erkennt, geschieht, von den Enden der Erde bis zur Höhe der Himmel. "Seinem Wissen entgeht nicht das Gewicht eines Körnchens auf Erden und im Himmel,"(Sure 10,62;34,3) Er weiß sogar der Ameise Tritt auf hartem Gestein in finsterer nacht und bemerkt die Bewegung des Sonnenstäubchens inmitten der Luft. "Er kennt das Geheimnis, auch das verborgenste"(Sure 20,6). Er nimmt wahr die Regungen des Innern, die Bewegungen des Gemüts und die geheimsten Gedanken, mit ewigem Wissen, das Er immer gehabt vor aller zeit, nicht so, dass ihm das Wissen erst neu hinzukäme durch Inhärenz und Übertragung.

Willen. Allah will das Bestehende und bestimmt die Ereignisse. Also alles, was in der Körper- und Geisteswelt sich ereignet, sei es wenig oder viel, klein oder gross, gut oder böse, Verwerfung, Glück oder Unglück, Wachstum oder Verminderung, Gehorsam oder Ungehorsam, alles geschieht lediglich nach Seiner Entscheidung und Bestimmung, Seiner Weisheit und Seinem Willen. Was Er will, geschieht, was Er nicht will, nicht. Ohne Seinen Willen kein Augenaufschlag, keine Regung des Gemütes. Er ist der Erschaffer und Widererwecker, wirkend was Er will. Keiner widersteht, wo er befohlen, niemand vereitelt, was Er beschlossen. Nicht kann der Mensch der Sünde entgehen, außer durch Seine Gnade und Barmherzigkeit, und nicht hat Er die Kraft, Ihm zu gehorchen, außer nach Seinem Wunsch und Willen. Und täten sich zusammen Menschen und Geister (Dschinns) , Engel und Teufel, um ein Körnchen irgendwo zu bewegen oder aufzuhalten ohne Seinen Wunsch und Willen, sie vermöchten es nicht. Sein Wille besteht in Seinem Wesen wie Seine übrigen Eigenschaften und kommt Ihm von jeher zu. Von Ewigkeit her wollte Er die Existenz der Dinge in der für sie bestimmten Zeit, und sie treten ins Dasein zu ihrer zeit, wie Er in Seiner Ewigkeit es gewollt, weder früher noch später, sondern entsprechend Seinem Wissen und Willen, ohne Vertauschung und Veränderung. Er leitet die Dinge nicht durch Überlegung und Berücksichtigung der Zeit; bei Ihm stört also nicht die Tätigkeit die andere. (Allah hat dem Menschen einen Willen gegeben, womit Er wollen kann).

Hören und Sehen. Allah der Erhabene ist hörend und sehend. Seinem Gehör entgeht nichts Hörbares, wenn es auch noch so verborgen, und Seinem Blick nichts Sichtbares, wenn es auch noch so fein. Keine Entfernung beeinträchtigt Sein Hören, kein Dunkel Sein Sehen. Er sieht ohne Pupille und Augenlid, er hört ohne Gehörgang und Ohr, so wie Er erkennt ohne herz, ohne Gliedmaßen packt und ohne Werkzeug schafft. Denn nicht gleichen Seine Eigenschaften denen der Geschöpfe, wie Sein Wesen nicht dem ihrigen gleicht.

Rede. Allah der Erhabene redet auch, befehlend und verbietend, verheißend und drohend, mit anfangslosem ewigem Wort, das besteht in Seiner Wesenheit, unähnlich der Rede der Geschöpfe. Es ist kein Laut, der entsteht durch Ausströmung der Luft oder Zusammenschlagen von Körpern, auch kein Buchstabe, der sich loslöst beim Aufeinanderlegen der Lippen und der Bewegung der Zunge. Koran, Thora, Evangelium und Psalter sind die Bücher, die Er Seinen Aposteln herabgesandt. Der Koran ist, wenn Er auch mit der Zunge gelesen, auf Blättern geschrieben und im Herzen bewahrt wird, trotzdem ewig, bestehend in Allahs Wesen, ohne Trennung und Teilung zu erleiden durch Seine Übertragung in die Herzen und auf die Blätter. Moses (Musa) (Friede sei mit ihn) hörte Allahs Wort ohne Laute und Buchstaben, wie die gerechten im Jenseits Allahs Wesen schauen ohne Substanz und Akzidens. Insofern Allah die genannten Eigenschaften zukommen, ist Er lebendig, wissend, mächtig, wollend, hörend, sehend, sprechend, durch das Leben, die Macht, das Wissen, den Willen, das Gehör, das Gesicht und durch das Wort, nicht durch Sein bloßes Wesen.

Werke. Nichts existiert außer Allah, das nicht hervorgegangen wäre auf die schönste, vollkommenste, vollendetse und angemessenste Art. Er ist weise in Seinen Entscheidungen. Nicht wird Seine Gerechtigkeit gemessen nach der der Menschen; denn beim Menschen ist Ungerechtigkeit möglich durch den Eingriff in das Eigentum eines anderen, nicht aber bei Allah dem Allerhöchsten, denn Er findet kein Eigentum eines anderen vor, in das Er unberechtigterweise eingreifen könnte. Alles außer Ihm, Menschen und Geister, Engel und Teufel, Himmel und Erde, Tiere und Pflanzen, Substanz und Akzidens, Erkennbares und Wahrnehmbares ist geworden, hervorgerufen durch Seine Macht aus dem Nichtsein. Denn in der Ewigkeit war Er allein vorhanden und kein anderer mit Ihm. Danach brachte Er die Schöpfung hervor, um Seine Macht zu offenbaren und das zu verwirklichen, was Er längst vorher gewollt, das Wort, das von Ewigkeit her zu Recht bestand, nicht als ob für Ihn eine Nötigung oder ein Bedürfnis vorhanden gewesen. Ein Erweis Seiner Güte, nicht Notwendigkeit ist es, dass Er schafft und hervorbringt und den Menschen Pflichten auferlegt. Desgleichen ist es ein Erweis Seiner Freigiebigkeit, keine Notwendigkeit, dass Er ihnen Gnade und Gutes spendet, ein reines Geschenk von Seiner Seite, da Er Seine Diener mit allen möglichen Schmerzen hätte heimsuchen können und sie prüfen mit peinigenden Schlägen und Krankheiten. Und hätte Er es getan, es wäre gerecht von Ihm gewesen, nicht schlecht und ungerecht.

Und Er belohnt Seine gläubigen Diener für ihren gehorsam gemäß Seiner Freigebigkeit und Verheißung, nicht auf Grund von verdienst und Schuldigkeit, da Er keinem etwas zu leisten braucht und Ungerechtigkeit bei Ihm undenkbar ist und niemand bei Ihm einen Anspruch hat. Sein Recht, von den Menschen gehorsam zu fordern, gründet sich auf die Verpflichtung durch die Zunge des Propheten, nicht auf bloße Vernunft. Er hat vielmehr die Propheten gesandt und deren Glaubwürdigkeit durch offenkundige Wunder bezeugt; sie richteten dann aus Sein Gebot und verbot, Seine Verheißung und Drohung, und damit waren die Menschen verpflichtet, ihrer Verkündigung Glauben zu schenken.


Sinn des zweiten Satzes, das Bekenntnis zum Gesandten und seiner Sendung


Allah hat gesandt den ungelehrten (ümmi) , den Kuraschiten Muhammed , den Hochgebeneideten, mit Seiner Sendung an die Gesamtheit der Araber und Nichtaraber, der Ginnen (Dschinnen) und Menschen. Und zwar hat Er durch Seine Verordnungen die (früheren) Verordnungen (Religiöse Gesetze Schariah der früheren Propheten) abgeschafft, außer dem, was Er eigens davon beschäftigte. So zeichnete Er ihn aus vor den übrigen Propheten und machte ihn zum Herrn der Menschen. Und Er lässt das Einheitsbekenntnis "es ist kein außer Allah" erst dann als vollkommen gelten, wenn man damit verbindet das Bekenntnis zum Propheten: "Muhammed ist der Gesandte Allahs". Er hat die Menschen verpflichtet, ihm zu glauben in allem, was er ihnen über diese und die andere Welt (Jenseits) verkündet. Und der Glaube ist erst dann Allah wohlgefällig, wenn er sich auf das erstreckt, was der Prophet über die letzten Dinge mitteilt.

( Es folgen die Lehren über die jenseitige Dinge ,woran der Muslim glaubt. Diese Lehren stützten sich neben dem Koran auf die Hadithe und Consensus der Gemeinde. Der Consensus stützt sich auf die Hadithe , Hadithe auf den Koran, somit gesehen stützt sich alles auf den Koran. Jenseitige Dinge übersteigen der Vorstellungskraft des Menschen und der Verstand kann nicht alles erfassen. Die Vorstellungskraft des Menschen kann sich nur teilweise vom Diesseitsein Bild machen. Wir glauben an die islamischen Lehren, auch wenn es unseren Verstand übertrifft. Allah ist allmächtig er kann Dinge erschaffen welches wir nicht (oder nicht ganz) erfassen können. Die hier genannten Glaubenslehren wurden übereinstimmend unabhängig überliefert über eine sehr große Anzahl der früheren Muslime der ersten Generationen. Diese wurden früh in mehrere Bücher festgehalten.)

Das erste ist die Frage des Munkir und Nakir. Das sind zwei schreckliche furchtbare Gestalten, die den Menschen sich aussetzen heißen, wenn er im Grabe liegt, vollständig mit Leib und Seele. Sie fragen ihn über das Einheitsbekenntnis und die Sendung. "Wer ist dein Herr", sprechen sie, "welches deine Religion und wer dein Prophet ?" Sie sind die Prüfer im Grabe und ihre Frage ist die erste Prüfung nach dem Tod.

Ferner ist zu glauben an die Pein des Grabes, daß sie Wirklichkeit ist und Weisheit und Gerechtigkeit, sich erstreckend auf Leib und Seele, wie Allah will.

Ferner ist zu glauben an die Waage mit den beiden Waagschalen und dem Zünglein und ihre gewaltige Größe, gleich den Wölbungen des Himmels und der erde, worauf gewogen werden die Werke durch Allahs Macht. Und das Gewicht an jenem Tage werden sein Sonnenstäubchen und Senfkörnlein, um Gewähr zu leisten für vollkommene Gerechtigkeit. Es werden gelegt die Blätter der guten Werke in schöner Schrift auf die Waagschale des Lichtes und darin gewogen, da senkt sich nieder die Waage entsprechend ihrem Wert bei Allah, durch Allahs Gnade. Und es werden geworfen die Blätter des bösen Taten in häßlicher Schrift auf die Schale der Finsternis, und die Waage schnellt mit ihnen empor durch Allahs Gerechtigkeit.

Ferner ist zu glauben, daß der Sirat Wirklichkeit ist. Er ist eine Brücke, gespannt über den Rücken der Hölle, schärfer als ein Schwert und feiner als ein Haar, darauf straucheln die Füße der Ungläubigen nach Allahs Anordnung, so daß sie hinabfahren in die Hölle; fest aber stehen darauf die Füße der Gläubigen durch Allahs Huld,

so an den Trinkborn, den Trinkborn Muhammeds, woraus die Gläubigen trinken werden vor ihrem Eintritt ins Paradies und nach Überschreiten der Brücke. Wer einen Schluck daraus nimmt, wird nimmer dürsten; die Reise eines Monats beträgt seine Krüge, deren Zahl wie die Sterne des Himmels, darin ergießen sich zwei Kanäle vom Kauthar.

Weiter ist zu glauben an die Abrechnung und daß sie bei den Menschen verschieden gehandhabt wird. Bei den einen wird es sehr strenge genommen, bei anderen leicht, und wieder andere gehen ohne Rechnung ins Paradies ein, das sind die Nahgestellten (Mukarrabun; der erste von ihnen ist Hz. Abu Bakr).

Dann fragt Allah, wen Er will von den Propheten nach der Übermittlung seiner Sendung und wen Er will von den Ungläubigen, warum er den gesandten verworfen. Und die Neuerer (Sektirier) werden gefragt nach der Sunna und die Gläubigen nach ihren Werken.

Ferner ist zu glauben an die Befreiung der Einheitsbekenner (Muslime) aus dem Feuer, nach dem sie hinlänglich gebüßt, so daß kein solcher in der Hölle bleibt durch Allahs Gnade.

Ferner an die Fürsprache der Propheten, dann der Gelehrten Allahs (islamische Religionsgelehrten) , dann der Märtyrer, dann der übrigen Gläubigen, je nach ihrem Ansehen und Rang bei Allah. Und wer von den Gläubigen ohne Fürsprecher bleibt, der wird durch Allahs Gnade erlöst, so daß niemand in der Hölle bleibt, in dessen Herzen noch ein Körnchen Glaube sich findet.

Ferner ist zu glauben an den Vorrang der Genossen (alle Gefährten, die Sahaba) des Propheten, Allah habe sie selig, nach bestimmter Abstufung, und daß der Höchstgestellte nach dem Propheten Abu Bakr ist, dann kommt Omar, dann Othman, dann Ali, Allah habe sie alle selig ! (die vier Kalifen ). Und man muss wohl denken von allen Gefährten und sie preisen, gleichwie Allah selbst und sein Prophet sie gepriesen haben.

All das wird von den Alten (selef) die Altvorderen, die Gefährten (Sahaba) und deren Schüler (Tabiin) überliefert und durch ihre Ausprüche bezeugt. Wer es unverbrüchlich festhält, der gehört zu den Leuten des rechten Glaubens und der Sunna (Leute der Sunna : Ahl-i sunna auch Sunniten genannt) und hat nichts gemein mit der Rotte der Irrlehrer und Neuerer (Ahl-i Bidah: die die den Islam mit etwas anderem vermischen verfälschen). So wollen wir denn Allah bitten um rechte Überzeugung und Festigkeit im Glauben für uns und alle Gläubigen, Er ist ja der Allbarmherzige. Der Segen Allahs sei über unsern Herrn Muhammed, seiner Familie und jedem auserwählten !

(All diese Lehren werden von Imam Ghazali in den darauffolgenden Abschnitten ausführlicher dargestellt)

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